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Die wichtigsten Fragen zu den neuen Studienabschlüssen – und die Antworten darauf
Ob in Pisa, Oslo oder Basel – Studienabschlüsse und im Ausland erbrachte Leistungen sollten europaweit vergleichbar sein. Das beschlossen 1998 Bildungspolitiker aus 29 Ländern in der italienischen Stadt Bologna. Mittlerweile haben 40 europäische Staaten, darunter die Schweiz, das so genannte Bologna-Abkommen unterzeichnet. Sie verpflichten sich damit, bis 2010 das alte Studiensystem zugunsten des zweistufigen Bachelor-Master-Systems abzuschaffen. Ist das nicht einfach derselbe Studiengang mit einem anderen Namen? Nein. Der grösste Unterschied auf den ersten Blick: Es geht schneller. Statt mindestens acht bis neun Semester bis zum ersten Abschluss studieren zu müssen, kann man den Bachelor meist schon nach sechs Semestern erreichen. Er soll eine solide Grundbildung für den Berufsstart vermitteln. Nur wer will, sattelt dann einen Master von weiteren vier bis sechs Semestern drauf. Man kann auch erst einmal arbeiten und den Master später nachholen. Auch Kombinationen werden möglich, zum Beispiel ein Bachelor in Ingenieurwissenschaften, gefolgt von einem Master of Business Administration. Nicht für jeden Bachelor-Studiengang gibt es allerdings einen Master. Und welcher Bachelor für welchen Master qualifiziert, sollte man ebenfalls vorher prüfen. Was unterscheidet einen Bachelor-Studiengang von einem bisherigen Grundstudium? Formal gibt es zwei Unterschiede: Statt Scheine zu sammeln, häufen die Studenten Leistungspunkte, so genannte Credits an, und die Veranstaltungen werden zu Modulen gebündelt. Die straffere Studienstruktur schränkt die Wahlmöglichkeiten ein, viele Veranstaltungen sind vorgegeben. Doch das verschultere Studium bedeutet zugleich mehr Planbarkeit. Auch inhaltlich wird vieles anders, Bachelor-Studiengänge sollen praxisorientierter und stärker international ausgerichtet sein. Konkret heisst das: mehr Praktika und mehr Seminare zur Berufsorientierung, Vorlesungen in Fremdsprachen und Auslandsaufenthalte. Doch nicht jede Uni setzt die Reform gleich konsequent um, hier gibt es von Uni zu Uni grosse Unterschiede. Wem Praxisorientierung oder Auslandserfahrung wichtig sind, sollte bei der Auswahl der Uni darauf achten. Generell soll der Wechsel ins Ausland mit dem Bachelor einfacher sein. Das ist die Idee hinter dem "europaweiten Hochschulraum", der mit der Umstellung entstehen soll. Wer überprüft die Qualität der neuen Studiengänge ? Die Länder haben den Akkreditierungsrat gegründet. Der wiederum genehmigt so genannte Akkreditierungsagenturen, die jeden neuen Bachelor- und Master-Studiengang prüfen: Wissenschaftler, Berufsvertreter und Studenten nehmen den Studiengang gemeinsam unter die Lupe, bevor er das Gütesiegel des Akkreditierungsrats erhält. Doch damit nicht genug. Die Wissenschaftsministerien genehmigen auch noch einmal. Und manche Fächer verleihen zusätzlich ihr eigenes Gütesiegel. Aber Achtung! Nicht alle Studiengänge, für die man sich einschreiben kann, sind schon geprüft. Also noch mal genauer hinschauen. Was, wenn mein Studiengang noch nicht geprüft ist? Keine Akkreditierung heisst nicht automatisch schlechte Lehrqualität, die Agenturen kommen bei dem Ansturm an Anträgen mit dem Prüfen nicht nach. Dass Studiengänge komplett abgelehnt werden, kommt so gut wie gar nicht vor, vielmehr werden die Curricula beim Prozess der Akkreditierung immer wieder überarbeitet. Und egal, ob geprüft oder nicht, am besten sollte man selbst genau hinschauen: Gibt es Kooperationen mit ausländischen Unis? Wie sieht es mit Praktika aus? Welchen Eindruck macht die Website oder die Broschüre? Wie schneidet der Fachbereich bei Rankings ab? Auch wenn der Bachelor-Studiengang noch nicht bewertet wurde, die Leute dahinter sind meist dieselben. Die beste Lösung: selbst vorbeifahren und anschauen. Was heisst Modularisierung? Ein bisschen Shakespeare, die amerikanische Verfassung und dazu etwas Spanisch, verschiedene Veranstaltungen wild zusammengestellt – das soll mit dem Bachelor vorbei sein. Die Lehrveranstaltungen werden zu Modulen gebündelt. Zum Thema Shakespeare gibt es etwa ein Seminar mit Hausarbeit, eine Vorlesung mit Klausur und einen Theaterkurs. Das ist verschulter, aber es gibt noch Wahlmöglichkeiten zwischen Pflichtmodulen und Wahlmodulen. Wer ein Modul geschafft hat, bekommt die entsprechenden Credits und versteht dann wirklich was von Shakespeare. Wie funktioniert das Credit-System ? Credits sollen mehr sein als nur ein neuer Name für Semesterwochenstunden. Das Prinzip dahinter kann den ganzen Studienverlauf verändern. Denn wer genug Leistungspunkte zusammenhat, soll auch den Abschluss haben, die Prüfung am Ende ist nicht mehr so wichtig. Das ist zumindest die Idee hinter dem System. Wie sie umgesetzt wird, liegt an den einzelnen Unis. Die Punkte werden nach dem Aufwand der Studenten berechnet, ein Credit soll 30 Stunden Arbeit entsprechen. Das ist auf jeden Fall neu – denn Semesterwochenstunden richteten sich nach dem Aufwand des Professors. 1 Kreditpunkt entspricht einem studentischen Arbeitsaufwand von 25 – 30 Stunden. 60 Kreditpunkte werden für ein Studienjahr vergeben. 180 Kreditpunkte sind für den Erwerb des Bachelordiploms nötig. 90 – 120 Kreditpunkte sind für den Erwerb des Masterdiploms erforderlich. Finde ich mit einem Bachelor einen Job ? Um diese Frage gab es in letzter Zeit viel Streit. Ein Bachelor sei zu kurz und zu oberflächlich, kritisierten beispielsweise die Apotheker und die Theologen. Eine Studie des Hochschulinformationsdienstes ergab, dass nur ein Viertel der Bachelor-Absolventen direkt ins Berufsleben startet. Von diesen hatten neun Monate nach dem Abschluss über drei Viertel der Fachhochschul-Bachelors einen Job gefunden, bei den Uni-Bachelors war es nur ein Drittel.
Als grösste Schwierigkeit nannten die Absolventen, dass der Bachelor im Moment noch zu unbekannt sei, vor allem bei kleineren Unternehmen.
Kann ich nach dem Bachelor auf jeden Fall den Master machen? Quotenregelung ja oder nein, das wird im Moment noch heftig diskutiert. Allein aus Kapazitätsgründen wird es wohl dazu kommen. Die Frage ist, ob jedes Land eine zentrale Quote vorgibt oder die Hochschulen selbst ihre Studienplätze verteilen. Am Ende wird es wohl von den Leistungen im Bachelor-Studium abhängen, wer weiterkommt.
Kann ich noch zwischen Diplom und Bachelor wechseln? Eigentlich nicht, die beiden Studiengänge sollen nicht parallel laufen. An manchen Unis sitzen Bachelor- und Diplomstudenten noch gemeinsam in Vorlesungen und können wechseln. Doch je mehr umgestellt wird, desto unwahrscheinlicher wird so ein Wechsel. Entscheiden sollte man sich am besten vorher.
Wie lange wird es das Diplom noch geben? 2010 soll es nur noch Bachelor und Master geben, das Diplom und das Lizenziat (lic.) sind Auslaufmodelle. Genauere Informationen erhalten Sie an den jeweiligen Universitäten. Links Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten www.cros.ch European Credit Transfer and Accumulation System ECTS ist ein europaweit anerkanntes System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen. www.ects.ch
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Befragt wurden 599 Studierende an Universitäten und 999 Studierende an Hochschulen.
An den grossen Universitäten bieten die Sprachenzentren ein eigenes umfassendes Kursangebot an. Wer dieses Angebot nutzt, kann wertvolle Pluspunkte für den Lebenslauf sammeln.
Wer sich an einem sozialen Projekt oder an einer Fallstudie im Ausland beteiligt, sammelt nicht nur wertvolle Pluspunkte für den Lebenslauf. Sondern gewinnt auch neuen Input für’s Studium.
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